Im Kopf ist mir das alles längst klar, aber …

Wer kennt sie nicht, diese Erkenntnis, wie ich die Dinge tue und wie ich mich selbst dabei schädige. Aber alles Wissen nützt mir nichts, ich tue doch immer wieder das, was ich nicht tun wollte und schaue mir dabei sogar verblüfft und hilflos zu.

Mit diesem Kongress wenden wir uns dem Spannungsfeld zwischen Denken – Handeln – Fühlen zu:

  • Ich denke, was ich tun sollte und ich tue es nicht: Ich sollte mich mehr bewegen, aber jetzt gerade bin ich zu erschöpft. Möglicherweise kann dieses Jetzt Jahre andauern.
  • Ich fühle, was ich brauche und ich handle nicht entsprechend, tue vielleicht sogar das Gegenteil: Ich brauche mehr Schlaf und kann mich dennoch nicht vom Fernseher losreißen und bin am nächsten Morgen ganz erschöpft.
  • Ich handle automatisiert und habe seltsame Gefühle dabei und bin in meinem Denken seltsam irritiert über mich: Neulich habe ich gesehen, wie ich mich automatisch zurückgezogen habe, wie ich dabei mich selber nicht mehr gespürt habe und im Nachhinein mich nicht verstehen konnte.
  • Ich habe starke Gefühle, mein Denken setzt aus und ich fühle mich in meinem Handeln von meinen Gefühlen getrieben: Meine Wut ist manchmal so stark, dass ich nicht mehr denken kann und laute Beschimpfungen von mir gebe. Ich kann mich gerade noch zurückhalten, tätlich zu werden.

Allein diesen Beispielen ist gemeinsam, dass das Denken allein wenig ausrichten kann: Ich kann damit die Funktion der Selbstkontrolle nicht erfüllen und fühle mich getrieben oder es ist, als handle jemand anderes statt mir. Wenn wir in diesem Modus gefangen sind, wird jede Veränderung, die wir bewusst herbeiführen wollen, durch andere Mächte in mir konterkariert.

Wir haben zurückgegriffen auf das in der wissenschaftlichen Literatur bekannte knowing-doing-gap und erweitert um das feeling, das u.E. mit in das Spannungsfeld hineingehört; denn wir sehen nur dann eine Lösung des Dilemmas, wenn wir die Gefühle miteinbeziehen.

Wir wollen mit unseren Workshops erforschen, wie Veränderung wirklich gelingen kann, was wir in uns zum Schwingen bringen müssen, damit der Veränderungsimpuls bis in unser Handeln durchkommt. 

Sie als Teilnehmerin und Teilnehmer haben hier die Chance, aus verschiedenen Perspektiven wirksame Veränderungsimpulse zu generieren, sie auszuprobieren und herauszufinden, was für Sie am besten wirksam ist. Dies wollen wir in den einzelnen Workshops und Vorträgen tun und wir wollen die Haupterkenntnisse zusammenbringen in einer interaktiven Arbeitsform, damit wir den Effekt möglichst noch multiplizieren können.

Eine Antwort auf „Im Kopf ist mir das alles längst klar, aber …“

[…] Im Kopf ist mir das alles schon klar, aber … Wie Veränderung gelingen kann, ist ein tolles Kongress-Thema. Das sehen wir unter anderem daran, dass wir nicht die einzigen sind, die einen Kongress zu diesem Thema anbieten. Siehe hierzu den Kongress „Veränderung, aber wie?“ mit u.a. Gunther Schmidt. Dennoch erleben wir gerade, dass das Thema ein Stück weit durch die aktuelle Situation überholt wird: Es ist uns gerade sehr wenig klar, was diese Krise zu bedeuten hat und welche Auswirkungen sie tatsächlich haben wird. Veränderung wird uns jetzt von außen aufgezwungen durch ein winziges Etwas.  Die Frage ist daher, wie wir trotzdem verhindern können, diesem kleinen Etwas ausgeliefert zu sein und zu schauen, was wir trotzdem oder gerade deswegen tun und erreichen können. Dennoch werden genau dieses Risiko und die dadurch entstehenden Veränderungen von  manchen verdrängt oder sogar verleugnet, weil wir: […]